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Carrara-Marmor wurde etwa ab 50 v. Chr. von den Römern gebrochen, nachdem sie die Bewohner der apuanischen Berge im Zweiten Punischen Krieg niedergeworfen hatten. Carrara-Marmor wurde in römischer Zeit sowohl in der Architektur als auch in der Skulptur weit verbreitet eingesetzt. Als Beispiele der Architektur seien der Dioskurentempels auf dem Forum Romanum, das Augustusforum und die Trajanssäule auf dem Trajansforum, die aus 18 Marmorblöcken besteht, genannt; aus dem Bereich der Skulptur sei auf die Laokoon-Gruppe verwiesen, deren berühmte römische Kopie aus Carrara-Marmor gefertigt wurde. Der Renaissance-Bildhauer Michelangelo, der den David, die Pietà, den Moses und andere berühmte Skulpturen aus dem Bildhauermaterial Statuario schuf, verhalf dem Carrara-Marmor zu seiner besonderen Berühmtheit. Am Ende der italienischen Romanik war es üblich geworden, dass auch andere bekannte Bildhauer wie Gian Lorenzo und Luigi Bernini, Pisano, Donatello, Canova ihre Rohblöcke in den Bergen Carraras selbst aussuchten. Carrara-Marmor wurde im Dom von Florenz, im Campanile von Pisa, im Petersdom zu Rom, im ehemaligen World Trade Center in New York, in Kasinos von Las Vegas und als Außenverkleidung an der Finlandia Hall in Helsinki und am Grande Arche de la Défense in Paris verbaut. Die Marmorsteinbrüche um Carrara befinden sich in den apuanischen Alpen, hauptsächlich in vier Tälern (Valle di Torrano, Valle di Misseglia, Valle di Bettizano, Valle di Colonnata) um Carrara. Die meisten der ca. 150 Steinbrüche liegen in etwa 1000 Meter Höhe. Dort werden die Rohblöcke mittels Seilsägen aus Stahlseilen, die mit Hartmetallperlen besetzt sind und auf denen Industriediamanten aufgebracht wurden, herausgesägt. Aufgrund der starken Hitzeentwicklung müssen die Seilsägen durch einen ständigen Wasserstrom gekühlt werden. Im Anschluss daran schneiden Sägeschwertern (sog. Schrämen) bis zu einer Länge von vier bis fünf Metern in einer Arbeitstiefe von circa zwei bis zweieinhalb Meter Lösefugen in die Gesteinsschichten. Die Schrämen sind fahrbare überdimensionierte Kettensägen, die ohne Wasserkühlung arbeiten. Entstanden ist Carrara-Marmor vor ca. 30 Millionen Jahren, als sich die Kontinentalplatten von Afrika und Europa aufeinander zu bewegten und zu den apuanischen Alpen aufwölbten. Dabei wurden die Calcit-Ablagerungen aus abgestorbenen Meeresorganismen unter hohem Druck zusammengepresst und die dadurch bedingten sehr hohen Temperaturen zu Marmor verändert. Der Carrara-Marmor kommt nicht nur in seiner rein weißen Erscheinungsform vor, sondern auch grau bis blau, gelblich oder rötlich. Die gelbe Farbe wird durch Limonit, die blaue und graublaue durch Graphit, kohlige Substanzen oder Bitumen und die rötliche durch Hämatit hervorgerufen. Es gibt aber auch extrem dunkelblaue Carrarasorten. Chlorit und Serpentin-Minerale führen zu einer grünlichen Färbung. |